Allein / Bipolar

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Allein

Allein erprobst du die eigene Mitte
zwischen rechts und links,
oben und unten.

Eigenständig, deiner selbst
mehr und mehr gewiss,
lodert das Feuer,
das du selbst entzündet –
Spannkraft verleiht
die Dynamik des Willens.

Bewegt in Bewegung –
wie aus eigener Kraft –
drehst du dich um
das Zentrum des Lebens,
um den Kern deines Wesens.

© bmh, 19.01.2017

*** Gedanken zum Gedicht —  Bipolar — 

Ich wurde auf die medizinische Bedeutung  und das auch im allgemeinen  so verstandene Wort hin gewiesen –es wäre sinnvoller ein anderes dafür zu benutzen, wie z.B. „diametral“, „bilateral“, „sich zwischen zwei Polen hin und her bewegend“ oder eines von vielen anderen möglichen Worten.
Die Herangehensweise an das Wort  Bipolar von baH hat mich zu meinem Gedicht inspiriert.

Meiner  heutigen Antwort gingen die Gedichte  vom 20.Dezember 2016 – Größer als … Gedanken dazu … voraus

***

Bipolar

Vom Urgrund des Seins her
ist das Wort bestimmungslos,
kraftvolle Bewegung –
ein Ruf individuell in diese Bewegung
hinein zu finden,
sich selbst Bestimmung zu geben
aus der Mitte des eigenen Wesens.

Um Mensch zu werden
habe ich nicht die Wahl eines so oder so,
es ist Entscheidung angesagt –
Entscheidung ganz individuell,
ohne Anlehnung an irgendwen,
Entscheidung aus der inneren Bewegung heraus,
Ich geboren und Ich getragen.

Bipolar ist der Weg des Träumers,
der sich die eigene Gefangenschaft
im Energiefeld des Ego klein redet
um vermeintlicher Bedeutsamkeit willen.

Bipolar trifte ich so lange in mir auseinander,
wie die eigene Schattenwelt
in mir nicht vollständig in Bewegung verbrannt,
Ich mich nicht eigenständig in Bewegung trage.

@ baH, 12.12.2016

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11 Kommentare zu “Allein / Bipolar

  1. ananda75 sagt:

    Ich mag dein „Bipolar“
    selbst weiß ich nicht, wie das ist, denn das hab ich ausnahmsweise mal nicht :lol:
    kenne aber Menschen – denke gerade besonders an eine Menschin – da hilft mir dein Geschriebenes grad gut zum Verständnis! … Diagnosen aber… im psychischen Bereich… schwierig… Schubladen…. so einfach ist es nicht…. der Mensch passt nicht in ein Fach…. so hat man dann schnell die dreifach bis fünffach-Diagnosen … damit ist der Mensch dann für den Rest des Lebens gut beschäftigt… Heilung??? heil werden… ganz werden….

    Einen ganz lieben Gruß dir <3

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  2. Bernhard Albrecht sagt:

    Worte …

    Worte sind von ihrem Wesen her
    Geschöpfe der Unmittelbarkeit –
    in ihrer ganzen Kraft
    können sie daher nur durch das Tor
    des Jetzt in Erscheinung treten.

    Das Jetzt ist seinerseits
    als ein Momentum der Unmittelbarkeit
    nicht bipolar,
    ist vielmehr Ausdruck
    unmittelbarer Ich – Gegenwärtigkeit.

    Wo aber die Nebel durchschritten
    mit denen das Tor der Wirklichkeit
    von Selbstbildern verhüllt wird,
    dort kann „Dein Wille“ durch das Ich geschehen.

    © baH, 29.01.2017

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    • bmh sagt:

      Im Wimpernschlag des „Jetzt“

      Ich wollte ebenfalls zum Ausdruck bringen, dass im Wimpernschlag des „Jetzt“ keine Bipolarität herrscht.

      Das Kind auf der Schaukel nahm ich gerne als Metapher dafür.

      Es gerät in den den Zustand des „Jetzt“.

      Bewegt in Bewegung – sich drehend aus der eigenen Kraft, um das Zentrum des Lebens, um die eigene Achse.
      Wach lernt es auf der Schaukel, bewusst das Gleichgewicht halten.

      Ich selbst erinnere mich an den Moment, als Kind auf der Schaukel, als es mir gelang.

      Die Gewissheit, dass ich es „jetzt“ kann, durchströmt den Kern meines Wesens mit purer Lebensfreude.

      Beim Schreiben geschieht es auch, wenn die Worte fließen und im Gespräch – immer wieder.

      ***

      Im Internet kommt es hin und wieder zu Missverständnissen, weil der Ton, in dem das Wort eingebettet ist, manchmal nicht mit übertragen wird. Möge es nicht oft geschehen ♥

      Lieber Bernhard, ich wünsche Dir eine gute Nacht
      Barbara

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  3. Bernhard Albrecht sagt:

    Das Thema beschäftigte mich die letzten Tage immer wieder zwischen meinen vielfältigen anderen Aufgaben. Von daher halte ich es für so wichtig, dass es gut wäre es noch unter vielen anderen Gesichtspunkten zu betrachten.
    In der Aussage von Präsident Trump, „amerika first“ ist ja genau besehen eine höchst bedenkliche Form von Jetzt verschleiert wie hinein geimpft. Mit sehr, sehr gefährlichen sozialen Nebenwirkungen.
    Dein Gedicht stand bei meinen „poetischen Reflexionen“ nicht unmittelbar Pate.
    Ich fand es bei einem erneuten Blick in Deinen Blog einfach spontan passend diese Reflexionen dort anzudocken. Keine Missverständnisse also.
    Von Herzen Dir eine gute Nacht.

    Bernhard

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    • Deine Spontaneität begrüße ich wie eine aufgehende Blume in der Morgensonne *lächel*.

      Es erschien mir sinnvoll dieses weitläufige, tiefeThema, das sich hier … aufblätterte … auch für andere Leser erneut im Kommentar in den Blickpunkt zu rücken.

      Du sprichst ein Thema an, das mich ebenso beschäftigt – und bestimmt beschäftigt es nicht nur uns.

      Ich las gerade einen Roman, indem ein Mann das „Ich bin“das gerade „in“ ist und in aller Munde geführt wird in „Nur ich bin“ umwandelte und sich selber damit einen Freifahrtschein in der Nazizeit ausstellte, um aus diesem schrecklichen Halbwissen heraus zu handeln, wie er es für richtig fand…

      Trump lässt grüßen.

      Die Frage stellt sich mir, ob es an der Zeit ist, lieber zu schweigen. Wer kennt schon die Folgen seiner Handlungen, seiner Überlegungen, seiner Worte?

      C. hat die Konsequenz gezogen. Er schweigt…

      Aber auch das Schweigen hat oft genug unvorhersehbare Folgen.

      Schweigen oder reden zu „wollen“ – beides passt zum Thema „bipolar“. Letztendlich kann der Mensch nur nach seinen vorgegebenen Möglichkeiten handeln – angstfrei und wach.

      Herzlich
      Barbara

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  4. Bernhard Albrecht sagt:

    „Aber auch das Schweigen hat oft genug unvorhersehbare Folgen“
    Wenn ich diesen Deinen Gedankengang in Beziehung setze zur Nazizeit, dann stellt sich mir die Frage: Haben damals nicht viel, viel mehr Menschen gewusst, was vor sich ging, wenn auch oftmals nur in kleinen Puzzle Ausschnitten und „haben geschwiegen!“ Welche Folgen das nach sich zog, das wissen wir ja heute.
    Daraus stellt sich mir eine innere Polarität vor Augen: Schweigen unter dem Damoklesschwert der Angst und das in meinen Augen beredte (innerlich tief teilhabende und verarbeitende) Schweigen, das C. übt.
    In Auflösung der Polarität sehe ich als Möglichkeit für mich immer deutlicher das Reden aus einer fortlaufend sich vertiefenden Anbindung an die Stille. Ein Reden, das ganz auf das Vertrauen in die Hintergrundkräfte des „Bewegt in Bewegung Seins“ setzt, das aus meiner Sicht jeglichem Denken und Sagen zugrunde liegt. Die kognitive Evolution ist eine Langsame, was heute ein jeder an Hand „seines“ Verhältnisses zu Vorurteilen von Tag zu Tag neu für sich verifizieren kann, so er dies in seinen Willenskanon aufnehmen will (lächel).
    Es ist zweifelsohne leichter im Aussen gegen etwas zu opponieren als in sich Vorurteilsblockaden zu identifizieren, die mich möglicherweise daran hindern fremdes Sagen in seinen tieferen Bezügen wirklich, d.h. wirkkräftig zu durchschauen und zu „verstehen.“ Dazu ist ein hohes Mass an innerem Stehvermögen notwendig, das sich parallel zur kognitiven Entwicklung ebenfalls nur langsam entwickeln lässt.
    So besehen gibt es angesichts der heutigen Weltlage keine Grundlage für ein sich persönlich auf irgendeine Form von Aussichtslosigkeit zu berufen, denn wo ich mich entwicklungsoffen mir selber gegenüber verhalte, dort setze ich auch indirekt Mutkräfte frei – auf den Flügeln des Bewegt in Bewegung Seins – die Entwicklung sich ausbreiten lässt.
    Angstfrei und wachsend von daher immer wacher … ein jeder nach seinem Vermögen und seiner freien Entscheidung.
    Sei mir herzlich gegrüsst.

    Bernhard

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    • Ich danke Dir für Deine fortführenden Gedanken, lieber Bernhard.

      Reden, Schweigen … es ergibt sich im richtigen Moment.

      Du sagst es:
      Reden aus einer fortlaufend sich vertiefenden Anbindung an die Stille. Ein Reden, das ganz auf das Vertrauen in die Hintergrundkräfte des „Bewegt in Bewegung Seins“ setzt, das aus meiner Sicht jeglichem Denken und Sagen zugrunde liegt..
      Alles zu seiner Zeit.

      Herzlich
      Barbara

      Gefällt mir

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