Nach dem G20-Gipfel – auch Nichttun ist Tun

***

***

Auch Nichttun ist Tun

Spürst du, wie Thor in dir den Hammer schwingen will?
Ermuntern wollen wir ihn nicht.

Höre den Aufschrei der verletzten Seelen in dieser Zeit
und wie er mündet in Gewalt und Lärm – weltweit.

Zu sehen unser eignes Unvermögen, gespiegelt
in den Menschenmassen im wogenden Gewühl.

Wir sitzen alle im gleichen Boot. Wer ist Opfer und wer Täter –
gehört nicht jedem unser Mitgefühl?

*

Spüre wie der Buddha in dir seine Kräfte sammelt,
schau in sein befriedetes Gesicht.

Wenn Thor in dir den Hammer schwingen will …
auch im Nicht-Tun liegt das Tun … ermuntere ihn nicht.

©bmh

***

Konfernz-Hype

An Konferenz-Tischen sitzen sie,
ihnen zur Seite vielfarbig bunte Fähnchen,
Sammelpunkte mitunter Jahrhunderte alter
Selbstgefälligkeiten –
Waffen in Symbol Verkleidung.

Mit Poker Gesichtern verhandeln sie,
ringen sich aufpolierte Zugeständnisse ab,
die sie diplomatisch verbrämt,
in Wichtigkeit verpackt der Presse präsentieren –
Volkes Gehör erheischend.

Hinter verdecktem Getuschel
anlässlich majestätsvoll zelebrierter Diner-Partys,
in mit Blendwerk überhöhten Pausen-Gesprächen
geben sie sich verantwortungsbewusst –
wissen Fortschritte zu vermitteln, wo Abgründe sich auftun.

Die wohl dosierte Illusion ist das Pfund ihrer Macht!

Hinter Zuschauerzäunen brodelt es derweil;
Zorn kocht im Widerstreit mit Freiheitswillen,
zerstörerischer Geist ringt mit dem Willen
zu stillem Aufbruch in Neulande hinein –
Bewusstseinswandel auf dem Waagebalken.

Das Ich findet sich in seiner Kraft zu innerer Aufrichte.

© baH, 24.07.2017

***
Vielen Dank, lieber Bernhard für Deinen ergänzenden Kommentar
http://wege-der-befreiung.blogspot.com/2017/07/konfernz-hype.html
***

Advertisements

5 Kommentare zu “Nach dem G20-Gipfel – auch Nichttun ist Tun

  1. bmh sagt:

    Nachdem ich das Gedicht fertig geschrieben hatte, las ich „zufällig“ :-)
    eine Zusammenfassung über den Inhalt des Buches

    Tun oder Nichttun – zwei Formen des Handelns ISBN: 978-3-8353-1641-6 (2015)

    Gedanken zum vorsätzlichen Unterlassen.
    Bewusstes Unterlassen als Handeln steht im Mittelpunkt der Beiträge dieses Bandes. Nichttun ist nicht nur eine Alternative zum Tun, sondern – in Zeiten, in denen es gilt, sich durch Aktivität auszuzeichnen – vielleicht die anspruchsvollere Form des Handelns. Es bedarf eines Mehr an Energie und Stärke, etwas zu unterlassen, als es zu tun, wenn beide Formen des Handelns möglich sind. Agieren kann nicht unbedingt mit effizientem, nachhaltigem Handeln gleichgesetzt werden. Um langfristige Ziele zu erreichen, ist es oft erforderlich Naheliegendes zu unterlassen. Durch Unterlassen schaffen wir uns wichtige Frei- und Denkräume. Oft erkennt man erst aus dem bewussten Nichttun heraus, was wirklich wesentlich ist. Beim Unterlassen geht es auch um die Verantwortung für die Wirkung des eigenen Tuns. Die Autoren der Convoco Edition beleuchten die Frage »Tun oder Nichttun?« aus unterschiedlichen Perspektiven und in Hinblick auf verschiedene Fragestellungen.

    Gefällt mir

  2. Du hast das Thema treffend umgesetzt. Chapeau…
    Grüess Ernst

    Gefällt mir

  3. Bernhard Albrecht sagt:

    Konferenz-Hype

    An Konferenz-Tischen sitzen sie,
    ihnen zur Seite vielfarbig bunte Fähnchen,
    Sammelpunkte mitunter Jahrhunderte alter
    Selbstgefälligkeiten –
    Waffen in Symbol Verkleidung.

    Mit Poker Gesichtern verhandeln sie,
    ringen sich aufpolierte Zugeständnisse ab,
    die sie diplomatisch verbrämt,
    in Wichtigkeit verpackt der Presse präsentieren –
    Volkes Gehör erheischend.

    Hinter verdecktem Getuschel
    anlässlich majestätsvoll zelebrierter Diner-Partys,
    in mit Blendwerk überhöhten Pausen-Gesprächen
    geben sie sich verantwortungsbewusst –
    wissen Fortschritte zu vermitteln, wo Abgründe sich auftun.

    Die wohl dosierte Illusion ist das Pfund ihrer Macht!

    Hinter Zuschauerzäunen brodelt es derweil;
    Zorn kocht im Widerstreit mit Freiheitswillen,
    zerstörerischer Geist ringt mit dem Willen
    zu stillem Aufbruch in Neulande hinein –
    Bewusstseinswandel auf dem Waagebalken.

    Das Ich findet sich in seiner Kraft zu innerer Aufrichte.

    © baH, 24.07.2017

    Gefällt mir

schreiben einen Kommentar

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s