Jetzt / Ungebunden / Ich

“Jetzt” …

schwimmendes Blatt
auf unsichtbarem Fluss …

beim Schreiben eines Gedichts…
einer Unterhaltung mit einem Freund…
wenn uns der Sonnenuntergang berührt …
Kinder spielen auf der Wiese …
ein freundliches Lächeln im Vorübergehen …


die Zeit hält ihren Atem an
zeitlos haben wir alle Zeit der Welt

Barbara Hauser, 29.12.2011

***

Ungebunden

Schwimmend im Unsichtbaren
durch das Tor der Stille
weitet sich der Blick,
trägt die Rose
ihre Blüte
durch frostige Zeit –
Mitgefühl
in ungebundener Unmittelbarkeit.

Ich
unter den Augen der Hirten…
im Angesicht der Könige!

© Bernhard Albrecht, 29.12.2011

***

Ich
ungebunden
mitten im Leben

Überlebensstrategien
aufgegeben
un/mittel/bar

angstlos

In frostiger Zeit
blüht der Rosenstrauch

Barbara Hauser, 30.12.2011

***

Geliebtes Leben / Weg

Geliebtes Leben

Nichtbenennbar
unabwendbar

Kraft
die schafft
in Dir
in mir
in Blume
und Tier

immer nah
ewig da

erspüren
erfahren

gelassen
erfassen

© Barbara Hauser 2007

*** In Resonanz ***

Weg

Welten Willen
gebrochen im Bann
selbstbezogenen
Vorstellens,
verneint im Vermeinen,
eigenen Weg
ohne „aufrichtigen“ Blick
auf die stille Wegweisung
des Du
zu finden,
verkannt,
wo nicht Mitgefühl
dem Weggefährten
zu eigener Menschwerdung,
über alle Verletzung hinweg,
gespendet,
seinen ungelenken Werde-Schritten
Achtung bezeugt,
damit Welten Willen beflügelt
sein Ziel finde
in gelebter Ich-Verantwortung.

© Bernhard Albrecht, 19.10.2011

Ich / Gelassen

ICH

Im Zeiten Feld
des Herzens
blühst Du
Kleinod –
dort wo Stille
Entzweiungen umhüllt,
alles Sein
im Einklang schwingt.

Welle Du
sich zeugend
im steten Auf und Ab,
Ruhepunkt
im unendlichen Augenblick.

© Bernhard Albrecht, 14.10.2011

*** In Resonanz ***

GELASSEN

Wie ein wendiges Boot
gleitet leicht
zwischen Stille und Ton,
Leerheit und Fülle
das Ich dahin.

Wenn wir es lassen.

Hellwach
im Auf und Ab
der Gezeiten,
auf den Wellenkämmen
des Lebens –

Licht geleitet.

© Barbara Hauser, 15.10.2011

 

Der geweitete Blick / Stille

DER “GEWEITETE” BLICK

Hörst Du
im Blick auf das Meer
die Stille –
schlummernd in den Wellentälern,
spürst Du die unsichtbare Hand
mit der sie ihr Netz spannt
über die tanzenden Schaumkronen,
vernimmst Du ihr Lied
in der Brandung
geheimnisvoll?

Hörstst Du –
Sie
die Stille!

Berührt Dich
der Stille Atem,
wie er Deine Sehnsucht umkreist,
Deine Traurigkeit erden will
hinein in das Jetzt,
hörst Du die Stille,
wie sie Dich ruft?

Wisse, Du bist zu Hause in der Stille –
am Ende der Worte, im Ich bin!

© Bernhard Albrecht, 03.10.2011

*** in Resonanz ***

Stille

und Echo hallt
aus niemandes Land
bricht sich Bahn in mir

© Barbara Hauser, 14.10.2011

***

Sehnsucht/was nützen Pfeil und Bogen

Sehnsucht

Dort wo eigenes Sehnen
sich dehnt
in Unendlichkeit
schweigt das Wort
der Wegweisung.

Denn Sehnsucht
sie findet Rat nicht
in Unendlichkeit,
solange sie verzehrt
in Selbstsicht.

Gefesselt an die Kimme
gespannten Bogens
ist Selbstsicht
in Pfeilkraft verdammte
endlose Selbstverwundung,
wandert in der Sucht
erblindet die Pfade
verlorenen Paradieses.

Der Ruf des Ich
verglüht ungehört –
vor seinen Füssen!

© Bernhard Albrecht, 12.1o.2011

*** In Resonanz ***

Was nützen Pfeil und Bogen

Ich –
im Raum –
ein Lichtpunkt,
der sich frei bewegt –
das selbst die Ruder
abgelegt.

Was nützen Pfeil und Bogen,
Kimme oder Korn letztendlich
auf bewegtem Meer?

Mit ihnen leg ich ab
die kriegerischen Worte,
hundertfach benutzt

Sie haben große Macht ,
erinnern an den Krieg.
Wir wollen sie ersetzen.

© Barbara Hauser, 12.10.2011

 

Hochzeit des Lichtes / Der lange Weg / Hochzeit des Lichtes II

Hochzeit des Lichts

Aus alter Gewohnheit
perlen Worte,
von den Lippen –
leichtfüßig und unbedacht –
verbunten die Welt.

Vor den Augen
das Bild der Braut
und des Bräutigams,
blumenberankt,
kindlich.

Ja.

Hoch-zeit ist!
Hohe Zeit.

Erinnre Dich.
Du bist
unteilbares Licht.

© Barbara Hauser 05.10.2011

*** In Resonanz ***

Der lange Weg

In ferner Vergangenheit
war das Licht unteilbar
Teil des menschlichen Lebens,
der Mensch unmittelbar
ein Jünger des Lichts.

Licht war Alles,
in und um ihn herum.

Durch die Zeiten aber
verlor sich dies Licht
in Erkenntnis dunkle Finsternis.
Verlorenheit für den Menschen,
wenn Licht nicht verdichtet
in innerster Herzkammer –
Zuflucht gefunden
für künftige Aufgaben.

Von dorten
steht es nun auf
erhebt sich auf Flügeln der Stille –
geht seinen Weg
als Ich
in Zeugenschaft für das Du –
Erwachen einläutend!

© Bernhard Albrecht, 05.10.2011

.

HOCH-ZEIT DES LICHTES

Du bist das Licht.
Erinnre Dich.

Stehst noch immer vor der Tür,
willst noch immer Hochzeit halten?

Weißt nicht,
dass Licht schon immer war
Unteilbar?

© Barbara Hauser, 6.10.2011

 

Am Lebensteppich weben / Lebensteppich / Wortweben

Am Lebensteppich weben

Lebensteppich zart und licht
zu andern Zeiten grob und dicht

Es kommt auf mich alleine an
wie ich ihn betrachten kann

© Barbara Hauser 21.09.2011

***

Lebensteppich

Filigran das Netzwerk der Weberin
von Nirgendwo nach Immerda
hakt ein in Ösen und Laschen
unscheinbar und unerwartet.

Filigran die Arbeit der Weberin –
Lichtpunkte
an dunklen Orten des Vergessens,
ankern,
um Erinnerungen zu wecken
vor Zeiten unvollendete Taten
neu zu bezeugen.

Lichtpunkte im Strom der Zeit
suchen ihre Zwillingspole,
ihr Erweckt-Werden erwartend!

Die Lebensweberin knüpft Ich-Fäden.

© Bernhard Albrecht, 02.10.2011

***

Wortweben

Fäden knüpfen zwischen
Nirgendwo und Immerda.

Lichpunkte setzend hier,
dann dort.

Wissend,
alles geschieht zur rechten Zeit –
die nicht ist,
wenn alles gleich-gültig geworden.

Geduldig verknüpfen
Haken und Ösen –
wortwebend
sprachübergreifend –
mit Bruder und Schwester
irgendwo im Nirgendwo.

Lichtpunkt auch sie.

© Barbara Hauser 02.10.2011