Wanderer, Du / Bethlehem

Wanderer, Du!

nicht haftend an Geburt und Tod
dir selbst zur Heimat geworden

lebe

im unermesslichen
Licht …

und

ALLES IST GUT

bmh

***

Bethlehem

Wanderer Du,
der Du unterwegs
von Nord nach Süd,
von Ost nach West,
folgend dem inneren Ruf
Dich einzufinden im Haus Deiner Geburt,
um Dich mit „Deinem“ Namen einzutragen
in das Buch des Lebens!

Wanderer –
Du selbst bist es,
der Dir die Herberge verweigert,
bis Du in windschiefer Hütte,
frei von allen Anhaftungen –
mutig
Deiner Geburt ins Auge blickst.

Wanderer Du,
aus Dir will hervortreten
das Licht der Welt,
um durch Dich
ins Leben zu treten –
selbstverantwortlich
in der Quellkraft Deines Ich.

© Bernhard Albrecht, 25.12.2012

Wortbilder/Du/Wortbilder

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***

WORTBILDER

Zeit,
ich kleide dich in Worte,
um dich zu empfinden.

Welt
ich kleide dich in Bilder,
um dich anzuschauen.

Du
ich kleide dich in Worte
um dich zu verstehen

©Barbara Hauser

***

WORTBILDER

Ich
Lauschend Deinen Worten
Du
finde ich den Weg zu mir

©Bernhard Albrecht

 

Nondual / Augenhöhe/

NONDUAL
So ist es!
Zu schaun aus einer
tief(e)ren Sicht –
mit andren Augen –
verschwinden Worte
des Vergleichs
weil sie nicht mehr
taugen
© Barbara Hauser 14.12.2012

*** Gedanken zu „Augenhöhe ***

AUGENHÖHE

Bin ich –
Dich
sehend im Augenblick,
Dich
durch Dein Worten hörend,
in Tat und Kraft
auf Augenhöhe mit Dir –
Bin ich das?
Bin ich –
in Augenhöhe zu mir?
Im Forschen nach innen –
im Zurücktreten vor mir selbst
finde ich,
mich betrachtend
gleich einem Fremden,
Antwort –
denn langsam
wachse ich hinein
in die innere Horizontale der Gelassenheit,
die innere Vertikale der Standfestigkeit.
Im Forschen nach innen
spricht es
aus mir
zu mir,
denn ich kehre
als der verlorene Sohn heim,
empfange und erfahre
die Kraft meines Geburtsrechts
der zu sein,
der ich von je her war,
befreit von den Schleiern der Illusion –
nondual
im Ich Bin.
© Bernhard Albrecht, 08.12.2012

Wenn der Andere mir Spiegel ist/erhobener Zeigefinger

WENN DER ANDERE MIR SPIEGEL IST

Du zeigst mit Fingern nicht auf andere
die anscheinend noch schlafen.

Missachtung seiner selbst
im Anderen ist Perversion –

auf gleicher Augenhöhe
ist das nicht.
Sich damit immer wieder
selbst entmachtend,
zeigt sich der Weg
nur schwer zum
Urgrund meines Ichs.

Barbara Hauser, 23.11.2012

*** Gedanken zum Gedicht Erhobender Zeigefinger ***

Erhobener Zeigefinger

Leise erhebt er sich
mit der erhobenen Hand,
so leise,
dass …
niemand es zu merken scheint.

Überall dort,
wo ein schlafend Ich
dem Du die Augenhöhe verweigert –

seine Würde missachtet,
da wird dieser Finger
zum Wasserträger von Mächten
gegen die Freiheit im Ich.

Da wendest Du
Deinen inneren Blick ab von dem,
was allein aus Deiner Herzensmitte –

entsteht,
Du entblösst Dich Deiner Verantwortung
zur Selbstermächtigung,
die nur Du
aus dem Quellgrund Deines Ich
erwirken kannst.
Nur D U …

© Bernhard Albrecht, 22.11.2012 .

Ikebana/Unscheinbare Spur

IKEBANA

schwerelos
umfließt die Stille
Wortblumen

bündelt sie erneut
im weiten Raum

deine Worte –
meine

© Barbara Hauser, 18.11.2012

*** Gedanken zum Gedicht IKEBANA ***

UNSCHEINBARE SPUR

Tages Blüten,
aufgeblasen
vom schnellen Trieb,
nur Stunden
leuchten sie im Gezweig.

Nicht so die Blüten der Nacht!
Ihr durchsonntes Läuten,
in der Stille
tiefer Besonnenheit gereift,
klingt leise –

und mächtig zugleich,
selbst dann noch,
wenn im Aussen
der Sinn für die Tiefe
des Wortes –
verloren.

Im Herzen tief
singt es
durch Zeit und Ewigkeit
und formt an den Kräften
im Hier und Jetzt
einer neuen Zeit.

© Bernhard Albrecht, 19.11.2012

Gesättigt / Kelch

GESÄTTIGT

ICH
Auf einsamer Insel
Im Menschengewühl
Immer

Ge-STILL-t
trinkst du
aus dem Becher
des SEINS

Jetzt
© Barbara Hauser, 18.11.2012
*** Gedanken zum GEdicht Kelch ***

KELCH

Den Kelch am Mund – trinke,
trinke
ohne Widerrede,
denn nur so gelangst Du
mit Deinem inneren Fährmann
an die Ufer des Lichts
jenseits des Nicht-Wissens.

Trinke,
was in Dir aufsteigt
im Angesicht des Du,
das zu Dir spricht,
wenn lauschend Du
Dein Ohr öffnest,
wo immer.

Trinke –
lass trinkend Dich fallen
dem Grunde zu,
mitten hindurch
durch jede Art der Selbstbehauptung,
denn „nachtodliche“ Ich – Erfahrung
wird allein dem geschenkt,
der zuvor alles Ja-Aber fallen liess.

© Bernhard Albrecht, 06. 11. 2012

***

Anstrengungslos / Soziale Alchemie

Anstrengungslos

Anstrengungslos
Den Farben lauschen,
die im Klang der Stille wohnen.
Noch draußen weilte ich,
wollte ich mich
in sie hinein begeben.
Licht ist in mir.
Um mich.
Ich selber bin
ein Teil (teil-haftig) davon.
Wer Grenzen wahr-nimmt,
schafft sie erst.
Der Licht – Raum
hat sich noch nicht
aufgetan.
Wer redet über ihn,
der ist nicht still.
Es sei denn, er besingt ihn.
Stille umfließt dann jedes Wort.
Von Zeit umspielt erzeugt sich Leben.
Wer Wort und Stille trennt,
sich aus-ein-ander-setzt
stört NACH-HAL(L)tig
die Wirkung dieses Wechselspiels –
die “Alchemie des Seins”,
begrenzt das Leben.

© Barbara M. Hauser, 05.11.2012

*** Gedanken zu „Soziale Alchemie“ ***

Soziale Alchemie

Zurücktretend in die Stille –
lauschen dem Nachklang der Worte,
in mir und über mich hinaus,
das schafft
im höheren Sinne
an einer sozialen Ordnung,
die Nachhaltigkeit bewirkt;
öffnet Licht – Räume,
in denen Kräfte
für ein Zueinander-Finden
über alle Grenzen hinweg
sich ineinander verweben können –
still und leise,
ohne den Lärm grosser Auseinandersetzungen.

© Bernhard Albrecht Hartmann 30.10.2012