Numinos

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Numinos

Nachtgrau,
das sich mit mildem Rosa tönt
im Morgengrauen.

Ein numinoser
Freundschaftsdienst
der dich, den Falken,
mich hinein
ins Leben trägt.

Tag für Tag.

©bmh, 15.03.2018

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angeregt durch das Gedicht „Der Wanderfalke“
https://ich-quelle.blogspot.ch/2018/03/naturbeobachtung-u-n-d-seelische.html#comment-form

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So blühe ich nun

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Da ist die Tür, zu der ich keinen Schlüssel fand;
Du warst der Schleier, durch den ich nichts mehr sah;
Da war eine Weile Gerede von Mir und Dir –
dann nimmer mehr ein Du und Ich…
Omar Khayyam

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So blühe ich nun
wie meine Schwester die Rose …
erstrahle und vergehe …
fraglos

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Der Schleusenwärter

Er geht die Deiche zu beschauen,
wo sich Wasser drängend stauen?
machtvoll an die Mauern drängen,
qualvoll sich durch Spalten zwängen …
öffnet Tore voller Mut –
wie es ein Schleusenwärter tut!

Wie die Wasser jubilieren,
frei geworden nicht stagnieren!

Wie sie neu zusammenfließen,
tanzend sich ins Meer ergießen!

Schau nur, wie sie sich gestalten,
weil sie nicht mehr festgehalten.

© bmh/17.08.2013

Nach dem Herbststurm

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Nach dem Herbststurm

Zarter Dunst liegt über dem zerzausten Land.
Die Wellen laufen aus, verlanden mit den Morgenstunden.
Als sich die Nebelschleier lichten ist zu sehen,
die Welt wird sich erneuern und gesunden.

Still hab ich mich zu dir gesetzt.

Wir wissen, dass nach Stürmen in der Nacht –
gleich jetzt – Neues keimt.

Bald wird es wieder grünen,
schneller als gedacht.

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Und es geschah …

Zu hören wie der zarte Wind
mit bunten Blättern spielte …
zu spüren wie er sanft
die Haut berührte …
zu sehn wie er zwei kleine Bienen
nah bei unsrer Bank zum Morgentanz verführte …

Und es geschah, dass Schweigen
uns zur Wohltat wurde.

© bmh, 24.09.2017

 

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Lyrische Gespräche mit Bernhard Albrecht
Nach dem Herbststurm ist eine Antwort auf Plastikmüll

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Plastikmüll

Auf meinem Spaziergang am See entlang –
der sommerliche Starkregen kaum beruhigt,
sitze ich zum Verweilen auf einer Bank,
den Blick geweitet auf den See.

Schaumgekrönte Wellen schlagen an die Ufermauer,
begleitet vom Heulen des kaum besänftigten Windes
der in seiner vollen Kraft unweit Bäume geknickt,
als ob er mit Streichhölzern spielte.

Nichts ist mehr wie es gestern noch war –
Zwei mächtige Pappeln, auf-geriffelt,
als hätten tausend Sägeblätter sie bearbeitet;
eine alte Weide, nur noch ein Trauerspiel ihrer selbst.

Das Leben geht seine Wege unerbittlich schön,
räumt auf, um neue Wege des Wachsens zu befreien –
und so greife ich die Sturmgebärde auf,
wende meinen Blick nach innen,
entsorge so diese und jene Befangenheit –
die Neulande im Auge, die es jetzt zu begehen gilt.

Vergänglicher Plastikmüll unzeitgemässen Selbstschutzes
tanzt auf inneren Wellen, bewegt in Bewegung,
während mein Auge, umflort von einem Lächeln ihm folgt,
denn aufgelöst, kann er äussere Strände nicht verschmutzen.

© baH,18.09.2017

https//wege-der-befreiung.blogspot.de/2017/09/plastikmull.html