Nach dem Herbststurm

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Nach dem Herbststurm

Zarter Dunst liegt über dem zerzausten Land.
Die Wellen laufen aus, verlanden mit den Morgenstunden.
Als sich die Nebelschleier lichten ist zu sehen,
die Welt wird sich erneuern und gesunden.

Still hab ich mich zu dir gesetzt.

Wir wissen, dass nach Stürmen in der Nacht –
gleich jetzt – Neues keimt.

Bald wird es wieder grünen,
schneller als gedacht.

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Und es geschah …

Zu hören wie der zarte Wind
mit bunten Blättern spielte …
zu spüren wie er sanft
die Haut berührte …
zu sehn wie er zwei kleine Bienen
nah bei unsrer Bank zum Morgentanz verführte …

Und es geschah, dass Schweigen
uns zur Wohltat wurde.

© bmh, 24.09.2017

 

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Lyrische Gespräche mit Bernhard Albrecht
Nach dem Herbststurm ist eine Antwort auf Plastikmüll

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Plastikmüll

Auf meinem Spaziergang am See entlang –
der sommerliche Starkregen kaum beruhigt,
sitze ich zum Verweilen auf einer Bank,
den Blick geweitet auf den See.

Schaumgekrönte Wellen schlagen an die Ufermauer,
begleitet vom Heulen des kaum besänftigten Windes
der in seiner vollen Kraft unweit Bäume geknickt,
als ob er mit Streichhölzern spielte.

Nichts ist mehr wie es gestern noch war –
Zwei mächtige Pappeln, auf-geriffelt,
als hätten tausend Sägeblätter sie bearbeitet;
eine alte Weide, nur noch ein Trauerspiel ihrer selbst.

Das Leben geht seine Wege unerbittlich schön,
räumt auf, um neue Wege des Wachsens zu befreien –
und so greife ich die Sturmgebärde auf,
wende meinen Blick nach innen,
entsorge so diese und jene Befangenheit –
die Neulande im Auge, die es jetzt zu begehen gilt.

Vergänglicher Plastikmüll unzeitgemässen Selbstschutzes
tanzt auf inneren Wellen, bewegt in Bewegung,
während mein Auge, umflort von einem Lächeln ihm folgt,
denn aufgelöst, kann er äussere Strände nicht verschmutzen.

© baH,18.09.2017

 

https//wege-der-befreiung.blogspot.de/2017/09/plastikmull.html

 

 

 

 

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Nach dem G20-Gipfel – auch Nichttun ist Tun

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Auch Nichttun ist Tun

Spürst du, wie Thor in dir den Hammer schwingen will?
Ermuntern wollen wir ihn nicht.

Höre den Aufschrei der verletzten Seelen in dieser Zeit
und wie er mündet in Gewalt und Lärm – weltweit.

Zu sehen unser eignes Unvermögen, gespiegelt
in den Menschenmassen im wogenden Gewühl.

Wir sitzen alle im gleichen Boot. Wer ist Opfer und wer Täter –
gehört nicht jedem unser Mitgefühl?

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Spüre wie der Buddha in dir seine Kräfte sammelt,
schau in sein befriedetes Gesicht.

Wenn Thor in dir den Hammer schwingen will …
auch im Nicht-Tun liegt das Tun … ermuntere ihn nicht.

©bmh

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Konfernz-Hype

An Konferenz-Tischen sitzen sie,
ihnen zur Seite vielfarbig bunte Fähnchen,
Sammelpunkte mitunter Jahrhunderte alter
Selbstgefälligkeiten –
Waffen in Symbol Verkleidung.

Mit Poker Gesichtern verhandeln sie,
ringen sich aufpolierte Zugeständnisse ab,
die sie diplomatisch verbrämt,
in Wichtigkeit verpackt der Presse präsentieren –
Volkes Gehör erheischend.

Hinter verdecktem Getuschel
anlässlich majestätsvoll zelebrierter Diner-Partys,
in mit Blendwerk überhöhten Pausen-Gesprächen
geben sie sich verantwortungsbewusst –
wissen Fortschritte zu vermitteln, wo Abgründe sich auftun.

Die wohl dosierte Illusion ist das Pfund ihrer Macht!

Hinter Zuschauerzäunen brodelt es derweil;
Zorn kocht im Widerstreit mit Freiheitswillen,
zerstörerischer Geist ringt mit dem Willen
zu stillem Aufbruch in Neulande hinein –
Bewusstseinswandel auf dem Waagebalken.

Das Ich findet sich in seiner Kraft zu innerer Aufrichte.

© baH, 24.07.2017

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Vielen Dank, lieber Bernhard für Deinen ergänzenden Kommentar
http://wege-der-befreiung.blogspot.com/2017/07/konfernz-hype.html
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in bewegten Zeiten

Was nützen Kimme oder Korn
letztendlich auf bewegtem Meer?
Was nützt der besterzeugte Speer?

Mit ihnen lege ich das kriegerische Denken ab –
Wir wollen einen neuen Weg beschreiten
und loslassen, was uns wie Schatten unbemerkt beeinflusst
schon seit langen Zeiten.

Wir wollen nicht mehr kämpfen, wollen unsere Herzen weiten.

Denn selbst der best gezielte Speer nützt niemandem,
nützt weder dir noch mir

bmh

So blühe ich nun

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Da ist die Tür, zu der ich keinen Schlüssel fand;
Du warst der Schleier, durch den ich nichts mehr sah;
Da war eine Weile Gerede von Mir und Dir –
dann nimmer mehr ein Du und Ich…
Omar Khayyam

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So blühe ich nun
wie meine Schwester die Rose …
erstrahle und vergehe …
fraglos

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